Seite:LandmannKriegsfinanzen.pdf/15

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eine Bereitwilligkeit, die im wesentlich gegeben und bestimmt ist durch die sittlichen Werte der Bevölkerung. Zwei Erscheinungen, in welchen wir eindeutig jene eingangs erwähnten beiden Grundelemente wiedererkennen: das Sein und das Haben des Volkes.


II.


Die Leistungsfähigkeit der nationalen Produktivkräfte. Diese sah Frankreich, dessen Industrie und Unternehmung noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts den ersten Platz auf dem Kontinente behaupteten, in den letzten Jahrzehnten aus Mangel an Menschen erlahmen. Der höchstqualifizierte französische Unternehmer und Arbeiter ist im Zeitenlaufe gealtert, seine Arbeitskraft reicht für ein ganzes Menschenleben nicht mehr aus, seine karge Nachkommenschaft liefert der Wirtschaft nur spärliche Arbeitskräfte und gegenüber den Aufgaben einer ökonomisch rationalisierten Wirtschaftstechnik versagt seine spezifische Arbeitsbegabung, seine altüberkommene Geschicklichkeit und Geschmacksverfeinerung, die ihn einseitig auf Luxusgewerbe verweisen (es ist gewiß für die Art der französischen Industrie charakteristisch, daß ihr Export von Seidengeweben, fertigen Kleidern, Putz- und Modewaren, Seifen, Schminken, Parfümerien und Gummiwaren einen größeren Gesamtwert darstellt

Empfohlene Zitierweise:
Julius Landmann: Die Kriegsfinanzen der Großmächte. Buchdruckerei zum Basler Berichtshaus, Basel 1915, Seite 13. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LandmannKriegsfinanzen.pdf/15&oldid=- (Version vom 1.8.2018)