Seite:LandmannKriegsfinanzen.pdf/19

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Abneigung des Unternehmers gegen nicht nachweisbar und sofort gewinnbringende Investitionen. Die altehrwürdigen englischen Hochschulen wollen in erster Linie hervorragende Parlaments-, Gerichts- und Kanzelredner ausbilden: ein technisches Hochschulwesen im kontinentalen Sinne des Wortes war bis vor kurzem überhaupt nicht vorhanden. Die fortgesetzten Rufe nach der Schaffung eines solchen, die sich charakteristischer Weise in die Form des Wunsches nach einem „englischen Charlottenburg“ kleideten, führten schließlich zur Angliederung technisch-naturwissenschaftlicher Abteilungen an einzelne der alten und zur Errichtung einer größern Anzahl neuer Universitäten mit stark ausgebauten technisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten. Aber diese neuen technischen Hochschulen klagen dauernd über die systematisch unzulängliche Vorbildung der Studierenden, dem Hochschulwesen fehlt der Unterbau, während die ausgebildeten Techniker über die Schwierigkeiten des Eintrittes in die Praxis klagen, das neu entstehende Angebot technisch vorgebildeter Kräfte findet keine Nachfrage vor. Und das Ergebnis? Konnte von der deutschen Industrie mit einiger Uebertreibung gesagt werden, daß, wo ein Schwungrad sich dreht und eine Retorte kocht, daneben ein geschulter Ingenieur oder Chemiker steht, so konnte gegen die englische mit nicht mehr Uebertreibung selbst von englandfreundlicher Seite der Vorwurf erhoben werden, daß ihre gesamte Technik abenteuernden Empirikern ausgeliefert ist. Die Abneigung des Unternehmers

Empfohlene Zitierweise:
Julius Landmann: Die Kriegsfinanzen der Großmächte. Buchdruckerei zum Basler Berichtshaus, Basel 1915, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LandmannKriegsfinanzen.pdf/19&oldid=- (Version vom 1.8.2018)