Seite:LandmannKriegsfinanzen.pdf/34

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eine betriebsame Publizistik uns an den Eintritt Italiens in die Reihe der modernen Industriestaaten will glauben machen. Except the facts there is nothing more false than statistics. Eine Industrie, wie wir sie in England, im Deutschen Reiche oder in den Vereinigten Staaten kennen, wurzelt in den Tiefen des heimischen Bodens. Die Wurzeln heißen Kohle und Eisen. Bei moderner Förderungstechnik setzen beide für ihre eigenen Bedürfnisse ganze Industrien in Bewegung, auf beiden baut sich je ein Industriesystem auf. Die Kohle trägt die schwere chemische Industrie, aus dieser erwächst, neben der pharmazeutischen, die Farbstoffchemie, die wieder zu einem gewichtigen Träger der Textilindustrien wird. Auf dem Eisen baut sich abermals ein Industriensystem auf, von den Eisenhütten, den Walz- und Hammerwerken zur Maschinenindustrie und der Elektromechanik aufsteigend. Zu gewaltigen Komplexen vereinigt stützen und fördern diese Elementarindustrien einander, ihr eigener Sachbedarf wie der ihrer Arbeitermassen schafft wieder den tragfähigen Boden für das Gedeihen einer Unzahl kleinerer Industriezweige.

Es hieße den Unterschied zwischen einem Wald und einer Anzahl gepflanzter Bäume nicht sehen, wollte man im gleichen Sinne von einer italienischen Industrie sprechen. Mit englischen Spinnmaschinen können schweizerische Spinnmeister ägyptische oder amerikanische Baumwolle in Oberitalien gewiß ebenso gut wie in Moskau oder Ostasien

Empfohlene Zitierweise:
Julius Landmann: Die Kriegsfinanzen der Großmächte. Buchdruckerei zum Basler Berichtshaus, Basel 1915, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LandmannKriegsfinanzen.pdf/34&oldid=- (Version vom 1.8.2018)