Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/15

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2. Hoch zu Rad wirst du’s erjagen, hoch zu Rad hast du Gewalt, – Denn das Flugrad muß dich tragen bis du selbst gebietest Halt. – Wenn dem Reiter seines Rosses Kraft und Wille längst versagt, – Saust des kecken Fahrertrosses Zug noch fort in wilder Jagd. :,:

3. Mit des Stromes Lauf zu wetten, ist des Fahrers stolze Art: – Morgens von der Berge Ketten hebt er an die Wanderschaft; – Abends schon auf eb’ner Haide steigt die Lerche vor ihm auf, – :,: Wo die Erle mit der Weide säumt Bettes sand'gen Lauf. :,:

4. Und im Sturm weiß er zu haschen, was der Zaud’rer nie erjagt, – Mag von rothen Lippen naschen Küsse, wo’s kein and’rer wagt. – Eh’ die Mutter sonder Gnade kneifend ihm die Freude wehrt, – Sitzt er wieder auf dein Rade, das im Sturm von dannen fährt. :,:

5. Wenn er heut bei alten Weinen stramm gezecht als deutscher Mann, – Und auf seinen eig’nen Beinen kein Kumpan mehr stehen kaun, – Sitzt er auf – der böse Kater, ist ein kurzgebeintes Thier: – :,: Tritt um Tritt! den Vorsprung hat er, und gerettet steht er hier. :,:

6. Der Elektrotechnik Kräfte dreh’n das Zeitrad pfeilgeschwind, – Und Genüsse wie Geschäfte leih’n die Flügel sich vom Wind. – Wer zu Fuß geht, wird verwundert angestaunt wie überlebt, – :,: Denn es fordert das Jahrhundert, daß man schneller vorwärts strebt. :,:

7. Darum laßt euch freudig grüßen, die den Zeitgeist ihr versteht; – Eh’mals war man auf den Füßen, wir sind auf das Rad erhöht. – Und wenn einst, uns zu zerfledern, auf uns pürscht Freund Klapperbein, – :,: Fahren wir auf unsern Rädern saufend in den Himmel ein. :,:

J. Fischer-Gesellhofen.     
Nr. 13. Radler-Lied.
Mel.: Rattenfänger.

1. Radeln, ach radeln all überall, radeln ach radeln, das ist mein Fall. – Das Liebchen zur Seite, dem Kummer so fern, hinaus in die Weite radl’ ich so gern. – Und platzt mal der Reifen, die Gabel zerbricht, Malheure sich häufen, verzage ich nicht. – Ich trage mein Rädchen dann kühn unterm Arm, im andern mein Mädchen ohn’ Leid, ohne Harm. – :,: Bin froh stets und heiter und allen bekannt; ein Stahlroßreiter, das ist mein Stand. :,:

Richard Koppin.