Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/26

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4. Wer dir sich weiht hat alle Zeit das beste Loos gefunden, – Auf Tourenfahrt in Freundeskreis machst du das Herz gefunden.

5. Drum kling mein Lied deinem Preis, kling hellste Jubeltöne; – Sollst blühen zu edler Radfahrsport in ew'ger Jugendschöne.

Fr. E., Marburg.     
Nr. 31.
Mel.: Keinen Tropfen im Becher mehr.

1. Kam ein flotter Fahrersmann durstig auf dem Zweirad an, wohl im jungen Lenzen. – Wirth, dein holdes Töchterlein soll vom kühlen Bier und Wein :,: freundlich mir kredenzen! :,

2. Blaue Augen, Lockenhaar, frisch und rund das Wangenpaar, rothes Kirschenmündchen. – Fahrers Herz war, ach! so: schwer, lang schon war verliebt er sehr in das holde Kindchen.

3. Ja euch Fahrer kenn' ich gut, seid mir halt ein leichtes Blut, liebt nur stets das neue – Heute mir und morgen dir, flattert schnell von Thür zu Thür, kennt nicht Lieb und Treue.

4. Und der brave Fahrersmann schaut sein Liebchen zärtlich an, schlug sein Rad in Scherben: – Schnell verrannen Stund' auf Stund', Hand in Hand und Mund auf Mund, möcht vor Glück er sterben.

5. Doch trotz Lieb und gold'nem Wein konnt' er niemals glücklich sein, denn ihm fehlt sein Rädchen, – Traurig saß er, trank und trank, bis er auf den Boden sank, und dann weint sein Mädchen.

6. Als vergangen dann ein Jahr, groß sein Glück als Vater war, konnt' es kaum ertragen. – Doch vorbei ist seine Ruh', denn er fährt nun immerzu – seinen Kinderwagen.

7. Drum, mein Fahrer, hast du 'mal zwischen Rad und Mädchen Wahl und bist jung an Jahren: – Sei nur dann kein dummer Wicht, trenn' von deinem Rad dich nicht, laß die Mädchen fahren.

Dichter unbekannt.     
Nr. 32.
Mel.: Strömt herbei, ihr Völkerschaaren.

1. In Germaniens Gauen allen, ob im Westen oder Ost – Wo der Senn'rin Lieder schallen, wo am Belt die Brandung tost, Will mir's nirgends so behagen, seit das Zweirad man erfand, – :,: Laßt mich singen es und sagen, als bei uns Hessenland! :,:

2. Kühle Wälder, sonn'ge Auen laden ein zur frohen Fahrt; – Stolze Bergeswipfel schauen weithin über Land und Stadt. – Fröhlich läßt sein Lied erklingen, wer den