Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/30

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Nr. 38. Einst und jetzt.
Mel.: O alte Burschenherrlichkeit.

1. Wie liegt sie so öd und verlassen da, die alte Heeresstraße, – Kein fröhliches Allotria ertönt in früherem Maße, – Kein lustig Treiben herrschet mehr; nur Staub und Himmel ringsumher! – O jerum etc.

2. Der Ritter und der Wandersbursch, die fahrenden Scholaren, – Sie alle zogen einst hier durch in hellen lustigen Schaaren. – Doch seit der Dampf die Welt regiert, ist niemand, der die Straß' passirt.

3. Doch horch, ein Läuten tönt von fern, hör's näher und näher brausen. – Das sind gar sonderbare Herrn, die da vorüber sausen. – Fürwahr, es ist 'ne neue Art, 'ne seltsam' und verweg'ne Fahrt, – :,: Das sind moderne Ritter. :,:

4. Jetzt rasten sie im kühlen Wald, gar lustig klingt ihr Scherzen, – Ein frohes Lied ertönet bald, wie dringt es uns zu Herzen. – Ein neu Geschlecht ist auf dem Plan, sieht sich die Welt gar fröhlich an, – :,: Das sind die Herrn vom Rade. :,:

5. Die alte Straßenpoesie ist wied'rum auferstanden: – Die Radler sind es, die allhier das Richtige erkannten. – Mit raschem Flug und heiterm Sinn so zieh'n sie durch das Weite hin, – :,: An jeder Blume nippend. :,:

6. Stoßt an und hebt die Gläser hoch zu Ehren uns'rer Räder. – Der echte deutsche Geist lebt noch, der Geist der alten Väter. – Der Sport, der kraft- und zielbewußt begeistert uns zu hoher Lust, – :,: Ist echte deutsche Sitte. :,:

Radfahrer-Verein Nekar-Bischofsheim.     
Ad. Maier.     
Nr. 39. All Heil.
Mel.: Stimmt an mit hellem, hohen Klang.

1. All Heil, all Heil dem Radfahrsport, dem wir uns gern ergeben, – Und den wir wollen fort und fort nach besten Kräften heben.

2. Wir führ'n ein Leben frisch und kühn auf unsern blanken Rossen, – Wir fürchten nicht die heißen Mühn, stets sind wir unverdrossen.

3. Uns grüßt der erste Sonnenstrahl auf frohem Wanderzuge, – Die güldene Au, das waldige Thal durcheilen wir im Fluge.

4. Bald sind wir, wo in lichte Höhn die Alpenriesen reichen, – Bald dort, wo aus der blauen See die feuchten Nebel steigen.