Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/48

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spat, das Gleichgewicht mancher verlor. – Die Leute sie gafften und lachten zumal, wenn Rößlein und Reiter kamen zu Fall. – :,: Es gab keine Fahrschul' wie heut, :,: :,: das war eine köstliche Zeit. :,:

3. Das klingende Glöcklein, das heute man hat, vonnöthen war's nicht meiner Seel', – Das Rasseln der Räder war stark in der That und schlottrig war auch das Gestell. – Und wollte man fahren die Lande zu seh'n, zum Burgfrieden mußte zu Fuß man geh'n. – :,: Die Polizei fand das nicht weit, :,: :,: das war eine köstliche Zeit. :,:

4. Einst band man den Gummi mit Draht auf das Rad, von Kitte war noch keine Spur. Mit Kugeln im Lager gab's dort noch kein Rad, und mancher nahm Wagenschmier nur. – Und brach einmal einem sein Wäglein entzwei, da zog man noch keinen Mechaniker bei, – :,: Es war gleich der Dorfschmied bereit, das war eine köstliche Zeit. :,:

5. Es war einst ein Jüngling mit lockigem Haar, an Muth und an Hoffnungen reich, – im Fahren von jeher ein Meister fürwahr: an Fleiße kam keiner ihm gleich. – – Er liebte sein Hochrad trotz manch bösem Fall, er haßte die niedlichen Rädlein all', – sein Herz war dem Hochrad geweiht, das war eine köstliche Zeit. :,:

Münchener Velociped-Klub.     
H. M. Helmert.     
Nr. 69. Des Radfahrers Vorzüge.
Mel.: Wer nicht liebt Wein.

1. Die meiste Freud auf Gottes Welt kann nur mein Rad mir geben, – Und ob Ihr Mord und Zeter schreit, ohn' Rad kann ich nicht leben. – Es treibt den Trübsinn von mir fort, macht mir zum Himmel jeden Ort, – Drum wer ein stählern Rad nennt sein, der stimme fröhlich mit mir ein: – :,: Nur wer fährt das Doppelrad, des Lebens rechte Freude hat. :,:

2. Als erste Gabe reicht es dir, schwörst du zu seiner Fahne, – Gesundheit, dieses schöne Gut, der Lebensschüssel Sahne, – Und wie das Sprichwort schon beweist: Im starken Körper starker Geist. – Drum, willst du starken Geistes sein, so stimme fröhlich mit mir ein: – Nur wer etc.

3. Als zweites, das es dir verleiht, willst du dem Rad dich weihen, – Renn' ich dir gar ein hohes Gut: den stolzen Muth, den freien: – Denn wer das Rad, das nicht kann steh'n, als Eilfahrzeug sich auserseh'n, – Der kann doch nie ein Feigling fein,' drum Brüder stimmet mit mir ein: – Nur wer etc.