Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/53

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3. Und radelt er wieder die Straße herab, o weh! – Da kehrt sich sein's Liebchen vom Fenster ab, o weh! – Ach, wär nicht just kamen dat grote Swin, – Denn schöll in veer Weeken de Hochtied sin.” O weh, o weh, o weh!

6. Drum, Heini, mein lieber Heini mein, ja, ja! – Nimm stets dich in Acht vor 'nem großen Schwein, ja, ja! – Man läßt sich's gefallen bei Dreikart und Skat, – Doch ist es vom Uebel auf schwankendem Rad! Ja, ja, ja, ja, trala!

Hoyaer Wochenblatt.     
Nr. 77. Neues Volkslied nach alter Melodie.

1. In einem kühlen Grunde da liegt ein altes Rad; – Das Mädel ist verschwunden, die mir's zertrampelt hat.

2. Ich hatt' ihr Treu' versprochen, lieh ihr mein Rad dabei; – Das Rad hat sie zerbrochen, die Treu' ging auch entzwei.

3. Nun möchte ich wohl fliegen in manche Rennbahnschlacht. – Auf den Chausseen liegen bei Tage und bei Nacht.

4. Ich möcht' als Champion reisen hinaus in alle Welt – Und ringen dort nach Preisen, verdienen gutes Geld.

5. Seh' ich das Zweirad liegen, weiß ich, was nöthig thut: – Ich laß es repariren – und All'ns ist wieder jut!

Nr. 78. Lied eines Berliner Jungen.

1. Mein Been is stramm mr jroß mein Muth, koof, Vater, mir en Rad! – verachte nich Dein Fleesch un Blut, hast selbst ja eens jehatt!

2. Det Dingrichs laßt mir keene Ruh, mir kribbelt Fuß un Hand, – Ick strampelt' ferne, stolz wie Du, nu ooch for't Vaterland!

3. Als ick 'ne kleene Krabbe war, hatt' ick schonst Kreide dran. – In's Bette treimt ick von Jefahr un fiehlte mir als Mann.

4. „All Heil. All Heil!” so rief ick oft, wenn morjens ick erwacht; – Hab' ooch 'ne Schote, det et pufft, den Schutzmann – – zujedacht.

5. Als neilich erst der Sportklub hier de Mulackjasse fuhr, – Da, weeste Vater, jab et mir en' Stoß in de Natur!

6. Da standen mit des off'ne Maul de Jungens jroß un kleen, – Ick aber, Vater, war nich faul un griff mir jleich an't Been.

7. Mein Been wird stramm un jroß mein Muth, koof, Vater, mir en Rad! – Wenn't noch so ville kosten dhut, du machst de Sache jlatt.