Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/63

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grünen Rhein. – Der Kaiser geht hinüber und schreitet langsam fort – Und segnet längs dem Strome die Reben an jedem Ort.

4. Dann kehrt er heim nach Aachen und schläft in seiner Gruft, – Bis ihn im neuen Jahre erweckt der Trauben Duft. – Wir aber füll(e)n die Römer und trinken im gold(e)nen Saft – Uns deutsches Heldenfener und deutsche Heldenkraft.

E. Geibel.     
Nr. 96.

1. An den Rhein, an den Rhein, zieh' nicht an den Rhein, mein Sohn, ich rathe dir gut; – Da geht dir das Leben zu lieblich ein, da blüht dir zu freudig der Muth! :,:

2. Siehst die Mädchen so frank und die Männer so frei, als wär's ein adlig' Geschlecht; – Gleich bist du mit glühender Seele dabei; so dünkt es dich billig und recht.

3. Und zu Schiffe, wie grüßen die Burgen so schön und die Stadt mit dem ewigen Dom! – In den Bergen, wie klimmst du zu schwindelnden kföh'n und blickest hinab in den Strom!

4. Und im Strome, da tauchet die Nix' aus dem Grund, und hast du ihr Lächeln geseh'n, – Und sung dir die Lurlei mit bleichem Mund, mein Sohn, so ist es gescheh'n.

5. Dich bezaubert der Laut, dich bethört der Schein, Entzücken faßt dich und Graus. – Nun singst du nur immer: Am Rhein, am Rhein! und kehrest nicht wieder nach Haus.

Karl Simrock.     
Nr. 97.

1. An der Saale hellem Strande stehen Burgen stolz und kühn. – Ihre Dächer sind zerfallen, und der Wind streicht durch die Hallen, – Wolken ziehen drüber hin.

2. Zwar die Ritter sind verschwunden, nimmer klingen Speer und Schild; – Doch dem Wandersmann erscheinen auf den altbemoosten Steinen – Oft Gestalten zart und mild.

3. Droben winken holde Augen, freundlich lacht manch' roter Mund. – Und der Wandrer schaut von Ferne, schaut in holder Augen Sterne, – Herz ist heiter und gesund.

4. Und der Wandrer zieht von dannen, denn die Trennungsstunde ruft, – Und er singet Abschiedslieder, „Lebewohl” tönt ihm hernieder, – Tücher wehen in der Luft.

Franz Kugler.     
Nr. 98.

1. Aennchen von Tharau ist's, die mir gefällt, sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld. – Aennchen von Tharau hat wieder ihr Herz auf mich gerichtet in Lieb' und in Schmerz. – Aennchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut, du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!