Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/77

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Nr. 124.

1. Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt, – Wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält, – Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. – Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt!

2. Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang – Sollen in der Welt behalten ihren alten schönen Klang, – Uns zu edler That begeistern unser ganzes Leben lang. – Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang!

3. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! – Darnach laßt uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand! – Einigkeit und Recht und Freiheit find des Glückes Unterpfand. – Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!

H. v. Fallersleben.     
Nr. 125.

1. Die bange Nacht ist nun herum, wir reiten still, wir reiten stumm und reiten in's Verderben. – Wie weht so scharf der Morgenwind; Frau Wirthin, noch ein Glas geschwind vorm Sterben, vorm Sterben.

2. Du junges Gras, was stehst so grün? Mußt bald wie lauter Röslein blüh'n; mein Blut ja soll dich färben. – Den ersten Schluck, an's Schwert die Hand, den trink' ich, für das Vaterland zu sterben, zu sterben.

3. Und schnell den zweiten hinterdrein, und der soll für die Freiheit sein, der zweite Schluck vom Herben! – Dies Restchen – nun, wem bring' ich's gleich? Dies Restchen dir, o römisch Reich, zum Sterben, zum Sterben!

4. Dem Liebchen doch das Glas ist leer, die Kugel saust, es blitzt der Speer; bringt meinem Kind die Scherben! — Auf! in den Feind wie Wetterschlag! O Reiterlust, am frühen Tag zu sterben, zu sterben!

G. Herwegh.     
Nr. 126.

1. Dort, wo der Rhein mit seinen grünen Wellen so mancher Burg bemooste Trümmer grüßt, – Dort, wo die edlen Trauben saft'ger Schwellen und kühler Most des Winzers Müh' versüßt, – Dort möcht' ich sein, dort möcht' ich sein, bei dir, du Vater Rhein, an deinen Ufern möcht' ich sein.

2. Ach, könnt' ich dort im leichten Nachen schaukeln und hörte dann ein frohes Winzerlied, – Viel schön're Träume