Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/78

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

würden mich umgaukeln, als ferne sie der Sehnsucht Auge sieht. – Dort möcht' ich sein, wo deine Welle rauscht, wo's Echo hinterm Felsen lauscht.

3. Dort, wo der grauen Vorzeit schöne Lügen sich freundlich drängen um die Phantasie – Und Wirklichkeit zum Märchenzauber fügen, dort ist das Land der schönen Poesie. – Dort möcht' ich sein, bei dir, du Vater Rhein, wo Sagen sich an Sagen reih'n.

4. Wo Burg' und Klöster sich aus Nebel heben, und jedes bringt die alten Wunder mit; – Den kräft'gen Ritter seh' ich wieder leben, er sucht das Schwert, mit dem er oftmals stritt. – Dort möcht' ich sein, wo Burgen auf den Höh'n wie alte Leichensteine steh'n.

5. Ja, dorthin will ich meinen Schritt beflügeln, wohin mich jetzt nur meine Sehnsucht träumt, – Will freudig eilen zu den Rebenhügeln, wo die Begeist'rung aus Pokalen schäumt. – Bald bin ich dort, und du, o Vater Rhein, stimmst froh in meine Lieder ein.

Nr. 127.

1. Du Schwert an meiner Linken, was soll dein heit'res Blinken? – Schaust mich so freundlich an, hab' meine Freude dran. – Hurrah! hurrah! hurrah!

2. „Mich trägt ein wackrer Reiter, drum blink' ich auch so heiter; – Bin freien Mannes Wehr, das freut das Schwerte sehr.“ – Hurrah!

3. Ja gutes Schwert, frei bin ich, und liebe dich herzinnig, – Als wärst du mir getraut, als eine liebe Braut.

4. „Dir hab' ich's ja ergeben, mein lichtes Eisenleben. – Ach, wären wir getraut! Wann holst du deine Braut?“

5. Zur Brautnachts - Morgenröthe ruft festlich die Trompete; – wenn' die Kanonen schrei'n, hol' ich das Liebchen ein.

6. „O seliges Umfangen! Ich harre mit Verlangen. – Du, Bräut'gam, hole mich! Mein Kränzchen bleibt für dich.“

7. Was klirrst du in der Scheide, du helle Eisenfreude, – So wild, so schlachtensroh? Mein Schwert, was klirrst du so?

8. „Wohl klirr' ich in der Scheide: ich sehne mich zum Streite, – Recht wild und schlachtenfroh. Drum, Reiter, klirr' ich so.“

9. Bleib' doch im engen Stübchen; was willst du hier, mein Liebchen? – Bleib' still im Kämmerlein; bleib', bald hol' ich dich ein!

10. „Laß mich nicht lange warten! O schöner Liebesgarten, – voll Röslein blutigroth und aufgeblühtem Tod!“