Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/81

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3. Nun schaut er auf zum letzten Mal – In Gottes Sonne freudigen Strahl. – Nun binden sie ihm die Augen zu, – Dir schenke Gott die ewige Ruh'!

4. Es haben die Neun wohl angelegt, – Acht Kugeln haben vorbei gefegt; – Sie zitterten alle vor Jammer und Schmerz, – Ich aber, ich traf ihn mitten in's Herz.

A. v. Chamisso.     
133.

1. Es kann ja nicht immer so bleiben – Hier unter dem wechselnden Mond; – Es blüht eine Zeit und verwelket, – Was mit uns die Erde bewohnt. :,:

2. Es haben viel fröhliche Menschen – Lang' vor uns gelebt und gelacht; – Den Ruhenden unter dein Rasen – Sei fröhlich der Becher gebracht!

3. Es werden viel fröhliche Menschen – Lang' nach uns des Lebens sich freu'n, – Uns Ruhenden unter dem Rasen – Den Becher der Fröhlichkeit weih'n.

4. Mir sitzen so traulich beisammen – Und haben uns alle so lieb, – Erheitern einander das Leben; – Ach, wenn es doch immer so blieb'!

5. Doch weil es nicht immer so bleibet, – So haltet die Freundschaft recht fest; – Wer weiß denn, wie bald uns zerstreuet – Das Schicksal nach Ost und nach West!

6. Und sind wir auch fern von einander, – So bleiben die Herzen doch nah'! – Und alle, ja alle wird's freuen, – Wenn einem was gutes geschah.

7. Und kommen wir wieder zusammen – Auf wechselnder Lebensbahn, – So knüpfen ans fröhliche Ende – Den fröhlichen Anfang wir an!

A. u. Kotzebue.     
134.

1. Es liegt eine Krone im grünen Rhein, – Gezaubert von Gold und von Edelstein, – Und wer sie erhebt vom tiefen Grund, – Den krönt man zu Aachen in selbiger Stund'; – Vom Belt bis zur Donau die Lande sind fein, – Des Kaisers der Zukunft, des Fürsten am Rhein. :,:

2. Es liegt eine Leier im grünen Rhein, – Gezaubert von Gold und von Elfenbein, – Und wer sie erhebt vom tiefen Grund, – Dem strömen die Lieder vom goldenen Mund. – Der Kranz der Unsterblichkeit wartet fein, – Des Sängers der Zukunft, des Sängers am Rhein.

3. Ich weiß, wo ein Häuschen am grünen Rhein, – Umranket von Reblaub die Fensterlein, – Drin waltet ein Herz so engelgleich, – So arm an Gold und an Unschuld so reich. – Gehörte dies Herz an dem Rheine mir, – Ich gäbe die Krone, die Leier dafür!

Dippel.