Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/82

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135.

1. Es ritten drei Reiter zum Thore hinaus, ade! – Feinsliebchen, das schaute zum Fenster hinaus, ade! – Und wenn es denn soll geschieden sein, – So reich' mir dein goldenes Ringelein! – Ade, ade, ade! Ja Scheiden und Meiden thut weh! :,:

2. Und der uns scheidet, das ist der Tod, ade! – Er scheidet so manch' Jungfräulein roth, ade! – Er scheidet so manchen Mann vom Weib, – Die konnten sich machen viel Zeitvertreib. – Ade, ade, ade! Ja etc.

3. Er scheidet das Kindlein in der Wiegen, ade! – Wann werd' ich mein schwarzbraunes Mädel noch kriegen? ade! – Und ist es nicht morgen, ach, wär' es doch heut; – Es macht uns allbeiden gar große Freud'. – Ade, ade etc.

Wunderhorn.     
136.
Mel.: Mel.: Im Krug zum grünen Kranze.

1. Es war einmal ein Harung, der hatte großen Gram, – Daß man sein Lieb gefangen im Meer bei Amsterdam.

2. Er schwamm in seinem Harme herum wohl noch ein Jahr, – Bis ihn, den liebeskranken, auch sing der Fischer Schaar.

3. Zu München zwei Studenten, die saßen im Hofbräuhaus, – Zog jeder einen Harung aus seiner Tasch' heraus.

4. Zerlegten ihn gar feine mit kunstgerechter Hand, – Und schmissen dann die Seelen selbander an die Wand.

5. Und als die Harungsseelen sich schauten in's Gesicht, – Da rief auf einmal die eine: „Sprich, kennst denn du mich nicht?

6. Ich bin dein treuer Buhle, der hatte großen Gram, – Als man dich schnöd' gefangen im Meer bei Amsterdam."

Joseph.     
137.

1. Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein, :,: bei einer Frau Wirthin da kehrten sie ein. :,: – „Frau Wirthin hat sie gut Bier und Wein? :,: Wo hat sie ihr schönes Töchterlein?”

2. „Mein Bier und Wein ist frisch und klar, mein Töchterlein liegt auf der Todtenbahr." – Und als sie traten zur Kammer hinein, da lag sie in einem schwarzen Schrein.

3. Der erste schlug den Schleier zurück und schaute sie an mit traurigem Blick: – „Ach, lebtest du noch, du schöne Maid! Ich würde dich lieben von dieser Zeit!