Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/84

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und findet sie, – Und läßt das Veilchen unbemerkt, das uns am Wege blüht. – (Chor:) Freut euch des Lebens etc.

2. (Solo:) Wenn scheu die Schöpfung sich verhüllt – Und laut der Donner ob uns brüllt, – So lacht am Abend nach dem Sturm die Sonn' uns doppelt schön!

3. Wer Neid und Mißgunst sorgsam flieht – Und G'nügsamkeit im Gärtchen zieht, – Dem schießt sie gern zum Bäumchen auf, das gold'ne Früchte trägt.

4. Wer Redlichkeit und Treue liebt – Und gern dem ärmern Bruder giebt, – Da siedelt sich Zufriedenheit sogerne bei ihm ein.

5. Und wenn der Pfad sich furchtbar engt – Und Mißgeschick sich plagt und drängt, – So reicht die Freundschaft schwesterlich dem Redlichen die Hand.

6 . (Chor:) Sie trocknet ihm die Thränen ab – Und streut ihm Blumen bis ans Grab; – Sie wandelt Nacht in Dämmerung und Dämmerung in Licht.

7. Sie ist des Lebens schönstes Band. – Schlingt, Brüder, traulich Hand in Hand! – So wallt man froh, so wallt man leicht ins bess're Vaterland!

Nr. 140.

1. Gestern, Brüder, konnt' ihr's glauben? gestern bei dem Saft der Trauben, – Stellt euch mein Entsetzen für, gestern kam der Tod zu mir! – Hop, hop, hop! Vivallerallera! vivallerallerallerallerallera.

2. Drohend schwang er seine Hippe, drohend sprach das Furchtgerippe: – Fort von hier, du Bacchusknecht! Fort, du hast genug gezecht! Hop, hop, hop! etc.

3. Lieber Tod, sprach ich mit Thränen, solltest du nach mir dich sehnen? – Siehe, da steht wein für dich! Lieber Tod, verschone mich!

4. Lächelnd griff er nach dem Glase, lächelnd trank er's auf der Base, – Auf der Pest Gesundheit leer; lächelnd stellt er's wieder her.

5. Fröhlich glaubt' ich mich befreiet, als er schnell sein Droh'n erneuet: – Narr, für einen Tropfen Wein denkst du meiner los zu sein?

6. Tod, bat ich, ich möcht' auf Erden gern ein Mediciner werden: – Laß mich, ich verspreche dir meine Kranken halb dafür!

7. Gut, wenn das ist, magst du leben, sprach er; nur bleib' mir ergeben; – Lebe, bis du satt geküßt und des Trinkens müde bist!

8. O wie schön klingt das den Ohren; Tod, du hast mich neu geboren! – Dieses Glas voll Rebensaft, Tod, auf gute Brüderschaft!