Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/98

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4. Und wenn sich etliche Thoren gar in traurigem Irrthum bekannten – Zu jener beklagenswerten Schar der Sekte der Flagellanten, – Denen setzen zurecht den Kopf bei Zeit die Ritter etc.

5. Drum lebe hoch das freie Wort, das frisch von den Lippen rinne! – Drum lebe, wem nicht die Kehle verdorrt, und wer nicht verachtet die Minne; – Drum leben, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemüthlichkeit.

A. Krummacher.     
Nr. 172.

1. Von allen den Mädchen so blink und so blank gefällt mir am besten die Lore; – Von allen den Winkeln und Gäßchen der Stadt gefällt mir's im Winkel am Thore. – Der Meister, der schmunzelt, als hab' er Verdacht, als hab' er Verdacht auf die Lore; – Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht und wohnet im Winkel am Thore.

2. Und kommt sie getrippelt das Gäßchen hinab, so wird mir ganz schwül vor den Augen; – Und hör ich von Weitem ihr leises Klipp, Klapp, kein Niet oder Band will mir taugen. – Die Damen bei Hofe, so sehr sie sich zier'n, sie gleichen doch nicht meiner Lore; – Sie etc.

3. Und kommet die liebe Weihnacht heran und strotzt mir das Geld in der Westen, – Das Geld, das die Mutter zum Rock mir gesandt, ich geb's ihr, bei ihr ist's am besten; – und würden mir Schätze vom Teufel gebracht, ich trüge sie alle zur Lore; – Sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht, und wohnet etc.

4. Und kommet nun endlich auch Pfingsten heran, nach Handwerksgebrauch müßt' ich wandern; – Dann werd' ich jedoch für mein eigenes Geld hier Bürger und Meister trotz andern. – Dann werde ich Meister in dieser Stadt, Frau Meisterin wird meine Lore; – Dann geht es Juchheissa! bei Tag und bei Nacht, doch nicht mehr im Winkel am Thore.

Nach H. C. Bote.     
Nr. 173.

1. Warum sollt' im Leben ich nach Bier nicht streben, warum sollt' ich denn nicht fröhlich sein? – :,: Meines Lebens Kürze allerbeste Würze sind ja Gerstensäfte und der Wein! :,:

2. Wenn die Auen grünen und die Bächlein rinnen, wenn die Felder strotzen alle gerstenvoll, – :,: wenn auf Hopfenstangen duft'ge Blüthen prangen, ei, wie wird'; mir da ums Herz so wohl! :,:

3. Kann bei herben Zeiten wohl den Wein auch meiden, wenn es nicht gebricht am edlen Gerstenbier; – Kann ja alles dulden, scheue keine Schulden, leide gerne manchen Spott dafür!