Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/105

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Leute niederzumachen. Der Horcher aber hatte Alles gehört, was das böse Weib im Sinne hatte, und sagte zu dem Felsensprenger: „Nun wollen wir einen rechten Spaß haben mit dem schlechten Pack. Siehe sie nur recht scharf an, daß sie alle zerspringen. Das that der denn, und Reiter und Fußvolk zersprangen in Splittern, als ob sie aus Glas gemacht gewesen wären. Die alte Zauberin aber, die in ihrem Wagen nachgefahren war, um die Sache mit anzusehen und auch zu kommandiren, sah er besonders noch recht scharf an. Da zersprang sie so sehr, daß sie zu einem Häufchen Staub wurde.

Nun überkam der Prinz die Prinzeßin. Er reiste nun mit ihr nach seinem Schloße. Aber, weil es ihn sehr hatte geärgert, daß sie ihn auch hatte wollen in Gefahr bringen, blieb er mit ihr eine halbe Stunde vor seinem Schloße in einem Dorfe und sprach: „Jetzt sollst du wißen, du garstiges Aas, wer ich bin. Ein Schweinehirt bin ich, aber kein Prinz, und weil du mir nach dem Leben getrachtet hast, und bist so hochmüthig gewesen auf deine Schönheit, sollst du nun dein Lebtag die Säue hüten; und wenn du nicht ordentlich thust, was dir befohlen ist, sollst du die Peitsche schon kosten, denn das Karbatschen hab ich gelernt.“

Sie bekam nun einen groben Kittel, ein Paar alte Strumpfsocken statt der Schuhe und Strümpfe und grobes Brodt kaum satt, und mußte die Säue hüten. Da klagte sie ganz kläglich, und weinte lauter Thränen, und reuete es sie sehr, daß sie so hochmüthig gewesen, und habe die Mutter nicht gehindert, so brave Prinzen hinrichten zu laßen, und auch wollen helfen ihren Mann ins Verderben bringen.

Sie hütete die Säue, und er hütete sie mit. Er war aber von nun an gütig und freundlich gegen sie, und brachte ihr zuweilen