Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/112

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Kaum war das Wort ausgesagt, so war Großbuckel mit seiner Last da, die er so leicht trug, als wär es ein Säckchen Federn gewesen.

„Sieh General, sagte der Derwisch, das ist unser Packwagen, der Großbuckel, uns Proviant zuzubringen, und die gemachte Beute fortzutragen, wäre sie auch noch so schwer.“

Der General bekam einen Gelust nach dem Kälbchen, und der Derwisch sagte: „Schauescharf, wo bleibt denn unser Koch?“

Schauescharf sahe sich umher. „Sieh da! sprach er, er ist hier ganz nahe, aber er vertreibt sich die Zeit, Wachteln zu fangen, die in großen Zügen über seinen Kopf hinfliegen, rupft sie und bratet sie mit seinem Athem.

Daß dich den Schuft! rief Trinkaus, so ungebührlich an einem Musterungstage an sein Vergnügen zu denken! daß dich! An einem solchen Tage muß der Soldat höchst ordentlich sein. Darnach mag er Bürgern und Bauern nach seinem Belieben thun, und schlemmen und zechen. Aber es ist wahrhaftig an der Zeit, daß wieder Mannszucht hergestellt werde, denn auch das Faulthier Immerschlaf ist nicht da, um Vergatterung zu schlagen.“

„Ha! sagte Schauescharf, der schnarcht dort im Schatten, daß die Bäume beben.“

Spalteluft bekam Befehl die Beiden eiligst herbeizubringen. Sie waren fast im Augenblicke da. Der Koch, Blasefeuer genannt, mußte nun das Kalb braten, welches Gutbuckel an den Spieß gesteckt hatte. Dazu hatte er nichts weiter nöthig als sanft mit seinem Munde zu blasen. Wenn er gewollt, hätte er auf diese Weise einen ganzen Erzgang in Fluß bringen können. Immerschlaf mußte Vergatterung schlagen. Er trommelte nur ganz sanft mit den