Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/115

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„Dreißig Stunden von hier, zu Waßer, ist ein ganzer Backofen voll, der noch vor Wärme raucht, und eben ist der Bäcker fortgegangen, um das Brodt abkühlen zu laßen;“ sagt Schauescharf.

„Spalteluft, hieß es, mache dich auf und schließe den Handel.“ Dieser war bald geschloßen. Das Brodt war in der Grotte, ehe es der Becker vermißte.

Die Gesellschaft hatte Durst. „Greifwolke, sagte der Derwisch, greif die oben hinziehende Wolke, nöthige sie ihren Vorrath herzugeben, obschon sie vielleicht etwas hageln möchte. Gefrornes ist ja ein Leckerbißen.“

„Greifwolke nimmt einen Knauel Seide aus der Tasche, und wirft es gegen die Wolke hinauf. Ein Faden davon fällt wieder aus der Wolke herunter, an welchem sich Greifwolke hinaufhaspelt, welchen ohnedieß noch der Wolkendunst sichtlich hinaufzuziehen scheint. Als er oben ist, quetscht und schnürt er die Wolke zusammen und nöthigt sie ihren ganzen Vorrath herzugeben, der in einem dichten und milden Regen zur Erde herabfällt und in Krügen aufgefangen wird.

Man löschte den Durst, aber Waßer erkältet den Magen und Regenwaßer obenein ist so weich und üblich. Der Hauptmann wünschte, man möchte das Waßer mit einigen Flaschen starken Dattelbranteweins verbeßern können.

Schauedurch hatte bald einige ziemlich weite Flaschen entdeckt, die in der Entfernung von zehn Stunden auf den Altan hingesetzt waren, um an der Sonne den darin enthaltenen Lebensgeist recht destilliren zu können, und Spalteluft holte sie sogleich. – „Ha! sagte Trinkaus, hätte der nur die Kräfte von Gutbuckel, so wäre er der nützlichste Kamerad unter uns Allen.“ Auch der General Felsenschneider war in guten Appetit gekommen, und wünschte zum