Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/119

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„Tausend, sagte der General, da haben wir desto mehr Fug und Recht nach Herzenslust zu wüsten, denn wir müßen doch unsern Eifer gegen die Götzendienerei an den Tag legen. Nicht so, Derwisch?“

Als man bei dem Hochzeithause angelangt war, geht Felsenschneider hinein. „Was, sagt er, man richtet hier Hochzeit aus; man setzt sich zu Tische ohne mein Wißen?“

Die Leute entsetzten sich. „Himmel, riefen sie, wir sind verloren! Das ist der Tyrann! das ist der Dickstab.“

„Ihr Lumpenpack, rief Felsenschneider; Ihr lügt! Was hats da zu tyrannen. Ich bin ja der Bräutigam des schönen Kindes da, und es soll keinen andern Mann haben als mich.“ Damit wollte er sich der Braut bemeistern.“

Jetzt fängt ein tüchtiger Faustkampf an. Man ergreift Beile, Meßer, Prügel, Stühle und anderes Geräthe und fällt über den Räuber her, der tüchtige Püffe und Ohrfeigen austheilt, jedoch sein Sonnenschwerdt aus Schonung noch nicht ziehen will. – Mit einemmal fing Immerschlaf an zu niesen, und warf durch Gewalt dieses Niesens, von welchem selbst das Haus schwankte, Alles zu Boden, oder zum Hause hinaus und die Braut selbst war mit davon geflogen und hatte sich alsdann versteckt. Der General lachte.

Indeßen hatte Blasefeuer so gut gearbeitet, daß man im ganzen Orte Feuerlärm machte. Immerschlaf mußte nun Vergatterung schlagen und Alle setzten sich zu Tische.

Die Leute im Orte hatten ein Kommando von Dickstabs Soldaten geholt, welches in der Nähe stand. Es betrug funfzehn wehrhafte Mann. Da dieses hörte, daß diese Räuber gar nicht furchtbar wären, und nur Einer davon ein Schwerdt habe, auch von den Leuten des Orts gewiß würden bewältigt worden sein, hätte nicht