Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/153

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Der Zauberer kleidet sich prächtig an, um dir zu gefallen, und wird bald wieder da sein. Ich habe dich durch mein Spiel ihm sollen geneigter machen; stelle dich doch, als ob du es ein wenig geworden wärst, damit er Vertrauen zu meinem Spiel gewinne, welches vielleicht meinem Vorhaben sehr dienlich werden kann.“

Lulu wollte weiter sprechen, aber eine Spinnerin, die vor dem Saale gelauscht hatte, kam schnell herein und rief: „Er kommt.“ Da waren sie allesammt sogleich bei ihrer Arbeit, Lulu aber als Greis wieder in seinem Winkel, wo er so heimlich pfiff, daß man es vor der Saalthüre vor den schnurrenden Rädern kaum hören konnte.

Der Zauberer wollte beim Eintritt schon murren, als er das liebliche, leise Flüstern und Lispeln der Flöte hörte, das ihm gefiel. Er hatte sich durch seine Geister so reich schmücken laßen, daß er die Kostbarkeiten an Stoffen, Perlen und Diamanten kaum tragen konnte.

„Hat deine Kunst Etwas geholfen?“ fragte er den Spielmann? Das mein ich gewiß, antwortete dieser; aber freilich werden sie über Eure Strenge wohl noch ein wenig maulen; gebt ihnen jedoch nur ein Mal, oder ein kleines Fest, so werden sie ihren Unwillen auch bald vergeßen.“

Der Zauberer wollte doch sehen, was das Spiel geholfen hätte, und näherte sich der Weiferin mit süßen Gebehrden.

„Zürnst du noch auf mich, liebe Kleine? sagte er, mit einer Stimme, die er so süß machte, als er nur konnte. Hast du mirs vergeßen?“

Er würde eine schlimme Antwort erhalten haben, aber Lulu nahm seine Flöte unter den Arm, drehete seinen Ring, stellte sich hinter Zauberer und Zwerg, und sahe als schöner Jüngling bittend