Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/169

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Als nun derselbe bald genug gebraten war, fällt ein klein Stückchen heraus. „Das will ich doch kosten!“ sagt der Eine und ißt das Stückchen. Bald darnach fällt wieder ein Stückchen ab; „das soll für mich sein!“ sagte der Andere und aß es.

Darnach war der Vogel genug gebraten, und sie brachten ihn dem Goldschmidt, der mit dem Schwesterlein schon beim Hochzeitmahl saß. Der suchte gleich nach Herz und Leber, die wollte er geschwind eßen, aber die waren fort. Da ward er sehr grimmig und sagte: „Wer hat Herz und Leber gegeßen?“ – „Ih! sagten die Brüder, das werden wir wohl gewesen sein. Es fielen ein Paar Krümchen ab, die haben wir genommen!“

„Habt Ihr mir Herz und Leber gegeßen, Ihr dummen Jungen, sagte der Goldschmidt, so behaltet den Vogel auch, und die dumme Trine, Eure Schwester, die mag ich nun auch nicht!“

Damit jagte er sie alle drei zum Hause hinaus, und jammerte nun darüber erbärmlich, daß er den Vogel nicht selbst gebraten hätte. Warum hatte es aber der Narr nicht vorher bedacht, denn nun halfs ihm nicht mehr.

Als sie nach Hause kamen, aß der Aelteste den Vogel, denn der zweite wollte ihn nicht, weil es sein liebes Goldvögelein war, und die Schwester wollte ihn auch nicht, weil sie durch ihn um ihren Bräutigam gekommen war. Da aß ihn der Aelteste. Aber er hatte ihn kaum gegeßen, so stand eine schöne Prinzeßin vor ihnen, an der war Alles wie Goldglanz, die sagte: „Nun bin ich endlich erlöst; Ihr aber sollt alle drei mit in mein Reich kommen.“

Als sie dahin gekommen waren, heirathete die Prinzeßin den Aeltesten, der das Herz gegeßen hatte. Da war er nun König. Der Andere, der die Leber gegeßen hatte, fand alle Morgen einen Beutel mit Gold, und weil er nun ein hübscher und lustiger Bursche