Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/322

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die Worte gesprochen, die auf Salomos Siegelring stehen, und Ihr sollt wißen, daß er auch die Natur seiner Mutter hat und ihm das Meerwaßer eben so zusagt als die Luft. Er kann künftig eben sowohl auf dem Boden der Abgründe leben, als auf dem Boden der Erde.“

Der Sultan zitterte aber, bis Saleh mit dem Kinde wieder kam. Sie nannten es nun, ohne den Sultan zu fragen, Beder, das heißt, Sonnenblume des Meeres. Der Sultan ließ es sich gefallen, denn er fürchtete der Höflichkeit Feuerrachen. Jetzt aber kam eine Höflichkeit, die er für eine wahre und wahrhaftige erkannte. Saleh hatte ihm in einem Kästchen aus Korallen und Perlmutter ein kleines Geschenk mitgebracht. Es waren dreihundert Diamanten, von der Gröste der Taubeneier, und ein einziger derselben so viel werth, als das Königreich Persien; es waren eben so viel Rubinen und Smaragden und Perlenschnüre. – Der Sultan ward verblendet und stumm, als ihm dieses kleine Geschenk überreicht wurde, und trug es in seine geheimste Schatzkammer.

Nach mehreren Tagen reisten Gülnarens Verwandten unter vielen Thränen, die zur Höflichkeit gehörten, wieder ab, nachdem sie dem König versprochen hatten ihn oft zu besuchen, indem er selbst nicht so wie der Waßerprinz und die Waßerprinzeßinnen des Meerwaßers gewohnt sei, und unter allen Waßern nur mit den gebrannten recht gut bekannt wäre.

In aller Kunst und Wißenschaft war der Prinz Beder schon im zwölften Jahre so vollkommen, daß seine Lehrer gegen ihn nur als Dummbärte anzusehen waren, und als er funfzehn Jahr alt war, übergab ihm sein alter Vater die Regierung, die er so weise regierte, daß die Weßire sich vor ihm schämen mußten und bekennen, daß er den König Salomo weit überträfe.