Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/334

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Gülnare nicht satt genug küßen und herzen konnte. Man zog mit dem Alten und mit der mitleidigen Sklavin durch die Luft nach Persien. Der Alte verlangte für seine Dienste nicht Gold noch Stelle. „Was soll ich damit? sagte er; gebt mir ein ruhiges Alter, das ist Alles, was ich wünsche. Braucht Ihr meinen Rath, so will ich Euch damit dienen; braucht Ihr ihn nicht, so ists desto beßer. Gebt mir indeßen ein Stück Garten, damit ich Etwas zu schaffen habe; denn das Leben ohne Thätigkeit ist Todt für mich.

Der Alte ward zufrieden gestellt; die Sklavin war auch zufrieden, denn sie blieb keine Sklavin, aber Gülnarens Freundinn blieb sie; alle Welt war zufrieden, nur Seine Majestät, der König Beder waren es nicht, denn HochSie verlangten nach Giahauren.

„Wie? sprach König Saleh zu ihm, bist du ein Kind oder ein Mann? Sie, die dich berückt, die dich in einen Vogel verwandelt hat und hat dir ihre Verachtung sattsam zu erkennen gegeben, willst du noch heirathen? Hast du noch Ehre in dir?“

Es half nichts, was der König Saleh auch sagen mochte. Beder antwortete, er habe wohl viel Ehre, aber noch weit mehr Liebe, welche die Ehre verschlungen hätte, und der Prinzeßin habe die Mißhandlung gewiß schon längst gereut. – Er sprach viel thörichtes Zeug.

Man ließ den König von Samandal kommen, den seine Gefangenschaft ganz erträglich vernünftig gemacht hatte; denn als Beder vor ihm niederfiel und ihn um die Tochter bat, sagte er: „Wem kann sie anders gehören als dem liebenswürdigsten Prinzen auf Erden?“

Giahaure wurde aufgesucht und auf der wüsten Insel bald aufgefunden. „Der ruhmwürdigste Monarch der Erde, sagte ihr Vater