Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/335

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

zu ihr, nachdem sie angekommen war, der erste Monarch auf Erden, verlangt Eure Hand, und gibt Euch dadurch einen Vorzug vor allen Prinzeßinnen der Welt.“

Den Vorzug ließ sie sich nicht entgehen und gab dem König Beder also ihre Hand, zumal da er schön war. Sie soll ihn aber nachher noch oft in einen Staarmatz, Gans, Tölpel und andere Vögelarten verwandelt haben. Doch weiß man das nicht mehr so ganz genau. Aber das ist gewiß, bei der Vermählung wurden in der Hauptstadt Redouten zu Gunsten der Armen gegeben, die kosteten an zweimal hunderttausend Goldstücke, und die Armen bekamen zwanzig Goldstücke davon. Da hatten sie eine Freude! nämlich die Armen!




27. Die Brunnennixe.

In Schwabenland lebte ein mannlicher Ritter, Wackerbart genannt, auf seinem festen Raubschloße. Es galt damals das Recht, wo die Faust vorankommt und dann das Recht schon nachfolgt, nämlich das Faustrecht. Wer den Andern niederwerfen konnte mit Schwerdt und Lanze, der hatte allezeit Recht, und Schwerdt und Lanze hatte jeder Ritter und seine Knappen und Knechte hatten die nämlichen Waffen. Damit übten sie nun weit und breit im Lande umher das Recht aus, nahmen dem schwächeren Nachbar seine Burg und sein Gut, fielen Kaufleute, die mit Waaren daher kamen, auf offener Heerstraße an, und nahmen ihnen Geld und Waaren ab, und thaten Alles, wozu sie die Macht hatten. Das war das Recht,