Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/34

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Thurm hinaus, am Seil herab, aber als sie hinabkam, war das Kind fort.

Da kroch sie zitternd wieder zu der Königin hinauf und klagte ihr das Unglück und sagte, das habe die böse Fee Gangrüne angerichtet, die sei ihre Feindin, die ihr alles Gute verderbe; dabei sei sie sehr mächtig, und man werde ihr nicht leicht das Kind wieder nehmen können. Da erbleichte die arme Königin und die Fee kroch vor Schaam und Kümmerniß ins Mauseloch.

Der böse König wußte, daß in der vergangenen Nacht das Kind gekommen sein müße, und kam am andern Morgen es zu sehen, und fragte: Wo ist das Kind? „Als die Königin zitternd sagte, es sei fort und eine böse Fee habe es ihr mit List und Gewalt genommen. Da wurde der König grimmig und sagte: „Nun sollst du hängen, wie ich es dir gedroht habe, und ich will dich selbst mit dem Stricke am Baume hinaufziehen, und meine Lust dran haben.“

Hiemit zog er die Königin bei den Haaren hinter sich her, zu[WS 1] einem Walde hin, wo er auf einen Baum stieg und die arme Verlaßene am Stricke hinaufziehen wollte. Aber die gute Fee stieß unsichtbar den ruchlosen König vom Baume herab, daß er einen schweren Fall zur Erde that, und sich Arme und Beine heftig zerschlug.

Indem ihm nun seine Leute zu Hülfe kamen, führte die Fee die Erlöste in ihrem Luftwagen davon.

Funfzehn Jahre waren der armen Königin traurig vergangen. Sie hatte zwar bei der guten Fee Alles, was ihr Herz nur verlangen konnte, aber doch ihr liebes Kind nicht, nach welchem ihr Mutterherz am sehnlichsten verlangte. Da konnte ihr ja alles Andere nicht helfen. Nach funfzehn Jahren aber hörte man, der Sohn des bösen Königs, der Prinz Unhold, wolle sein Gänsemädchen heirathen,

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: zu zu