Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/41

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und auch die sanfteste und bescheidenste und offen und fröhlich, darum sie denn der Vater am liebsten hatte. Die beiden andern Mädchen aber waren über die maßen hochmüthig und herrschsüchtig und verachteten andere Mädchen die weniger Geld hatten als sie, und darum hatte sie im Hause kein Mensch lieb, und in der Stadt auch Keiner.

Der Kaufmann that alle Jahre mit seinen Knechten und Kameelen eine große Reise, wo er kostbare Waaren in andere Länder brachte, und kaufte dafür wieder andere herrliche Waaren ein, die selten und theuer waren, und an welchen er zu Hause sehr viel Gewinn hatte. Also wurde er immer noch reicher. Es dauerte aber solch eine Reise wohl ein halb Jahr und drüber; und wenn der Kaufmann dann wieder nach Hause gekommen war, legte er den Töchtern seine Waaren aus, damit sie sich Eins und das Andere Stück zum Geschenk aussuchen möchten. Da wählten sich die beiden Aeltesten allemal recht kostbare Dinge, Kleider und Schmuck, die recht in die Augen fielen und weithin schimmerten und glänzten, und sollten Neid erregen bei ihren Freundinnen; aber Sumi meinte, von solchen theuren Dingen würde man nicht froher und beßer, und bat sich meist nur ein Paar Kleinigkeiten aus, und die Schwestern dachten dann und sagten es ihr auch, sie sei ein recht dummes Ding, das nicht wiße, was schön sei, aber Sumi kehrte sich wenig daran und konnte wohl gar darüber lachen.

Als nun einsmals der Vater wieder fortreisen wollte, sagte er zu den Töchtern: „Von den Waaren, die ich zurückgebracht habe, ist Euch beiden Aeltesten immer keine gut genug gewesen, drum saget an, was ich Euch mitbringen soll und du Sumi sollst mir auch sagen, was du gern hättest.“

Da forderten die ersten Perlenhalsbänder und diamantene Ohrringe, und Kleider mit Gold und Silber durchwirkt und kostbare