Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/417

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nahen Landhause des Königs ab, und ließ sie unter der Pflege des Hausverwalters, er selbst aber ritt auf einem prächtigen Pferde an den Hof des Königs von Persien.

Das Lärmen mit Pauken, Hörnern, Trompeten und Trommeln, das Jauchzen des Volkes und die Verwirrungen der Freude, welche die Ankunft des Prinzen hervorbrachte, sind nicht zu beschreiben, und waren um so größer, da man schon Trauer um ihn, als um einen Todten, angelegt hatte. Der Indier wurde hochgnädig in Freiheit gesetzt mit dem Bescheid, sich sein Unglückspferd auf dem Landhause zu holen und damit zu entfernen.

Der Prinz erzählte dem Vater, was ihm begegnet sei, und bat um deßen Einwilligung zur Verheirathung mit der Prinzeßin von Bengalen, die er augenblicklichst erhielt.

Der König wollte in seiner großen Freude die Prinzeßin mit seinem ganzen Hofe selbst abholen, in seinen Palast einführen und sogleich mit seinem Prinzen vermählen, aber alle diese frohe Mühe hatte ihm der Indier erspart.

Voller Wuth und sinnend auf Rache eilte er zum Landhause, wo sich sein Pferd befand. Daß auf demselben eine Prinzeßin von Bengalen, die Braut des Prinzen, mitgekommen sei, hatte ihm nicht verborgen bleiben können, da sich das Gerücht davon am Hofe und in der Stadt verbreitet hatte.

Der Indier kam auf dem Landhause an, und der gutmüthige Hausverwalter freuete sich über die Befreiung deßelben, denn er wußte, um welcher ungerechten Ursache willen derselbe eingekerkert worden war.

„Den König, sagte der Indier, hat vor Freuden über die Rückkunft seines Sohnes der Schlag gerührt, und die Aerzte geben ihm nur noch einige Stunden Leben. Er will noch vor seinem Ende