Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/471

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Kinde nieder und sahe es recht an. „Ach, sagte er, bist du so hold, so gut, so freundselig, als du schlafend aussiehst, so solltest du meinem Herzen recht werth sein, wärest du auch so wunderschön nicht.“

Es war, als flüsterte es ihm ein: „Küße! küße leise und zart ihre holdseligen Lippen!“

Da beugte er sich nieder und berührte ihre Lippen leise und sanft, und Dornröschen rieb sich die Augen und sahe ihn lächelnd an; die Kinder erwachten und liebkoseten den Puppen; die Hundchen fingen an um ihre Mütter zu spielen; die Katze machte einen Krummbuckel, mit ausgereckten Talpen sich drehend; das Feuer knisterte und schlug Flammen; die Tauben praßelten im Tiegel; der Koch sahe den Küchenjungen freundlich an, zog die Hand, die ihn raufen wollte, zurück, reichte sie ihm und sagte: „guten Morgen, Matthies; nun wollen wir recht kochen, denn wir waren ein Bißchen eingenickt.

Alles war erwacht; Alles war Liebe und Friede und Freundlichkeit, und der Prinz und Dornröslein wurden von den glücklichen Aeltern gesegnet, und heiratheten sich.




34. Der glückliche Holzhacker.

Ein König hatte seine hübsche Tochter und sein Land demjenigen versprochen, der ihm die drei goldenen Haare bringen würde, die auf dem Kopfe eines großen Popanzmännchen saßen, der dreißig Ellen lang war und weit davon in einem Walde wohnte, in einem großen Schloße tief unter der Erde.