Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/474

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Er kam an einen Feigenbaum, der verwelken wollte. Ein Mann, der neben dem Baum stand, fragte ihn ebenfalls, was er wiße und könne, und als er geantwortet hatte: „Alles,“ sprach der Mann: so sag mir, warum mein Feigenbaum welkt und keine Früchte will tragen?“ – „Wenn ich wiederkomme,“ sagte er, ging weiter und kam zu einem Fischer, der mußte ihn über das Waßer fahren, und der fragte auch, was er wiße? und als er wieder antwortete: „Alles;“ sprach der Fischer: „so sage mir denn, wenn werd ich einmal abgelöst werden, und ein Anderer die Leute überschiffen?“ – „Wenn ich wiederkomme,“ hieß es.

Als nun der Holzhacker in das unterirrdische Schloß des Popanzmännchen gekommen war, so sahe es in demselben gar nicht glänzend und prächtig aus, sondern rußig und schwarz. Das kam von den vielen Feuern, an welchen die Braten gebraten wurden, die Popanzmännchen aß. Dießmal steckten nur sechs halbjährige Kälber am Spieße, und die Frau des Popanzchens stand dabei und gab acht, daß sie nicht verbrannten.

Der Holzhacker grüßte sie fein und sagte: „Guten Tag, Frau Popanzmännchensfrau, ich bitte Euch fein, schafft mir die drei Goldhaare von dem Kopfe Eures Mannes. So möcht ich auch gern wißen, warum eine Prinzeßin nicht wieder gesund werden kann? warum ein tiefer Marktbrunnen ohne Waßer ist? warum ein Feigenbaum keine Früchte bringt und warum ein Fischer nicht abgelöst wird?“

Die Frau erschrack und sagte: „du armer Schöpschristel, welches Unglück führt dich hieher. Mein Mann wird bald nach Hause kommen und frißt dich gewiß ungebraten, denn er hat seit langer Zeit kein Menschenfleisch gehabt, und hat eine feine Witterung davon. Die Goldhaare gibt er nimmermehr her – doch, weil du ein