Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/49

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Als er sie so umherführte, kamen sie in ein schönes kühles Birkenwäldchen. Da vergaß sich Besenstielchen und rief: „Ei was sind das für schöne Birken! Wie viel Besen könnte mein Vater binden, wenn er die hätte!“

„Wie? sagte Herr Mordi verwundert; du bist also Besenstielchen, des Besenbinders Tochter, aber nicht Sumi, des Halis Tochter?“

Die Kleine wollte sich herausreden, aber das ging nicht, denn sie hatte schon zu viel gesagt, und konnte gar nicht läugnen, wer sie sei, zumal da sie das Röslein nicht hatte, welches Hali für seine Sumi brach, und welches, wie Herr Mordi sagte, niemals verwelke.

Herr Mordi ließ seinen Wagen, seine Pferde und Diener kommen, und befahl Besenstielchen sogleich zurückzubringen.

„Besenstielchen, sagte er, hüte dich wieder zu kommen, denn das wäre dein Unglück; aber dießmal magst du frei zurückgehen, weil du aus Liebe zur Sumi mich hast wollen betrügen, und darum sollst du auch das Gold haben, welches du im Wagen wirst finden. Sage dem Hali, weil auch Er mich hat wollen betrügen, soll ers mit schwerer Krankheit büßen.“

Wie erschrak Hali, als Besenstielchen wieder kam, und einer von Mordis Dienern ins Haus trat und Sumi forderte, und mitnahm. Jammernd schrie ihr der Vater nach und streckte seine Hände nach ihr aus. Die ältern Schwestern aber machten sich nichts daraus, daß Sumi fort mußte, und auf des Vaters Jammern achteten sie nicht, wohl aber auf die schönen Pferde, die wie Pfeile dahinschoßen, und auf den Wagen, der wie von Gold und Edelstein schimmerte. Ja! meinten sie, wenn sie dergleichen einmal haben sollten, da wären sie vollkommen glücklich und wollten nach der ganzen Welt