Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/51

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So hatte sie lange Zeit bei Herr Mordi gelebt, und da dachte sie einmal so recht innig daran, daß sie nun so gar nichts von dem herzlieben Vater wiße, nicht wie es ihm ergehe, und daß er sich gewiß um sein liebes Kind grämen werde, denn er werde wohl denken, es sei entweder gefreßen, oder es gehe ihm recht übel. Darüber weinte sie sehr.

Als sie nun so, betrübt bis in den Herzensgrund, weinte, trat Herr Mordi in ihr Zimmer und brachte ihr ein Körbchen voll der schönsten Blumen und Früchte, und sahe sie mitleidig an und fragte: „Was weint denn meine Sumi? Will dir es denn hier gar nicht gefallen?“

„Es gefiele mir Alles wohl recht gut, antwortete sie, aber ich weiß ja nicht, was der arme Vater macht; der hat sich vielleicht schon um mich zu Tode gegrämt?“

Da rief Herr Mordi einen Pudel, der mußt ihm seinen Spiegel bringen, den hielt er Sumi vor, und sagte: „denk nur an den lieben Vater, so wirst du sehen, was er macht.“

„Da sahe sie des Vaters Haus und kannte Alles wieder, und was im Hofe, Hause und Garten war, zog vor ihren Augen vorüber; der treue Hofhund; die Knechte, die in die Ställe gingen zu Pferden und Kameelen; die Diener, die den Handel besorgten mit allen Waaren, und viele andere Dinge. „Aber wo bist du denn, Vater?“ rief sie.

Da war er in einer Gartenlaube, wo er traurig saß, bleich und abgemattet, und nur Jusuf war bei ihm, der treue Knecht, und als er aufstehn wollte, mußte er an Krücken schleichen, und der treue Jusuf half ihm dabei.

„O! ist denn keine von den Schwestern da, den kranken Vater zu warten?“ rief sie; wo sind sie denn?“