Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/53

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Tage darfst du aus sein, aber komm lieber einen Tag früher wieder! Ich bitte dich vergiß mein nicht!“

Da gelobte Sumi, sie wollte ihn nimmer vergeßen, und könnt es auch nicht, da er gegen sie und gegen den Vater so gut sei.

„Halte Wort, Sumi, halte Wort! nimm den Zauberspiegel mit und sieh um den dritten Abend vor Schlafengehen hinein und siehe nach mir, und wenn du mich krank siehst, dann eile mit dem Balsamthau zu mir. Wiße; wenn du um den dritten Tag nicht nach mir siehst, so schrumpfe ich unter unaussprechlichen Schmerzen um Etwas zusammen, und wenn das zwanzigmal geschehen ist, so bin ich ganz hin. Ach, Sumi, vergiß mein nicht!“

Da gelobte ihm Sumi noch einmal, sie wollte ihn fürwahr nicht vergeßen, nahm den Zauberspiegel und stieg in den Wagen, und Misekätzchen sprang auch mit ein, und sie sagte Herrn Mordi: „Leb wohl!“ und sagte auch weinend: „Es thut mir recht leid, daß ich dich nun soll so allein laßen; aber ich will recht oft nach dir sehen. Damit gab sie ihm die Hand ein ganz klein wenig, denn Herr Mordi war ihr schon lange immer weniger häßlich vorgekommen, je mehr er so gut gegen sie war. – Das geht aber meistentheils fast immer so.


Aber wie wars indeßen dem armen Hali ergangen?

Wo seine ruchlosen Töchter waren, wußte er nicht, und um seine Sumi grämte er sich, und ward krank und elend, und wäre in seiner einsamen Bekümmerniß vergangen ohne Jusuf und den treuen Arzt. Auch die Diener bekümmerten sich wenig um ihn, weil sie dachten, lang könnts doch mit ihm nicht mehr dauern, und dann könnt er ihnen weiter nichts helfen.