Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/70

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wird uns zertreten.“ Er aber sagte: „Nein! und ritt zur Seiten. Aber der Ameisenkönig sprach: „Es soll dein Schade nicht sein!“

Nun fand er auch auf der Reise junge Raben, die waren aus dem Neste gefallen und konnten noch nicht recht fliegen, die jammerten untereinander: „Nun müßen wir vor Hunger sterben und verderben.“ Er aber sprach: „Nein! Es steht geschrieben, der Herr speist die jungen Raben,“ und damit nahm er Fleisch aus der Tasche, welches ihm der Koch mitgegeben, und fütterte sie recht satt. Sie aber sagten: „das wollen wir dir einmal vergelten.“

Nun kam er in eine große Stadt. Da hieß es, wer das ausrichte, was die Prinzeßin fordere, der solle sie haben und kein Anderer; aber wer sich dazu anböte und es nicht ausrichten könne, der gäbe den Kopf her.

Der Jüngling dachte, dein Kopf ist schon einmal um eines lumpigen Ringes willen in Gefahr gewesen, so kannst du ihn wohl um eine Prinzeßin wagen? Da meldete er sich als Freier.

Die Prinzeßin ließ ihn ans Ufer des Meeres führen und einen Ring hinein werfen, den sollte er wieder bringen. – Man ließ ihn allein; Er aber verließ sich auf die Dankbarkeit der Fische. Gut! daß es keine Menschen waren, da wäre er sehr verlaßen gewesen. Aber es kamen die drei Fische, und der mittelste brachte in einer Muschel den Ring. – Es war der rechte.

Nun wurden zwei Säcke Hirsenkörner des Abends ins Gras geschüttet, die sollten des andern Morgens auf einem Haufen beisammen sein. Da kam der Ameisenkönig, und brachte sie mit seinen Leuten zusammen.

Nun hätte ihn die Prinzeßin gern genommen, weil er so gutmüthig und so hübsch war, aber weil er kein Prinz war, so war er für sie kein rechter Mensch. So verlangte sie denn, er