Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/71

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

sollte ihr das Waßer der Schönheit holen, bei dem sie immer jung und schön bliebe. Das wußte er aber nicht zu finden, doch ging er darnach aus.

Indem er noch darnach fragte, wo er es finden könne, kamen die drei Raben und brachten ihm das Waßer in einem Fläschlein, er aber brachte es der Prinzeßin.

Da nahm sie ihn.


7. Der tapfere Schneider.

Es war ein klein Städtlein, wo ein Schneider drinn wohnte, der machte den Leuten die Kleider. Aber er machte den Leuten die Kleider gar nicht recht gern; denn er dachte sein Gewerk und Handthierung, sei zu gering und leicht für Manneskraft und Geist und hätte sollen armen Wittwen und Waisen verbleiben, damit die auch Etwas hätten sich davon zu ernähren, und dachte auch, eben deshalb habe man auf das edle Schneiderthum mancherlei Spott und Schimpfverse gemacht, die ihm Jedermann, zu Hohn und Trutz, wiße und laut singe.

So dacht er und meinte, weil es ein Schneider doch täglich mit Stechen zu thun habe, so hätte er sollen Soldat werden, denn er werde außer dem Stechen auch das Hauen gar leicht erlernen, zumal da die Scheere ja gar nichts anders als ein zweischneidiges Schwerdt sei. Er für seine Person sei gewiß ein General geworden oder wohl gar noch mehr, nämlich ein Lieutenant, die immer weit mehr Muth und Heldenherz und Kriegskunst hätten, als die ältesten Generale.