Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/74

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bekommen, und das halbe Königreich zum Erbgut nehmen. Der König aber dachte, das laße sich nimmer vollbringen und käme er also des gefährlichen Dienstmannes los.

Da sagte Großherz, solches wolle er wohl vollbringen und brauch er nicht einmal der hundert Reiter dazu.

So verfügte er sich demnach zu dem Wald, ließ aber die Reiter außerhalb bleiben, ging allein in den Wald und lugt und schauet, wo die Riesen wären. Da fand er sie schlafend unter einem Baum und schnarchten sie also sehr, daß sich die Zweige an den Bäumen davon bogen.

Da laß der Schneider sich Steine auf, stiege nun auf den Baum, darunter die Riesen schnarchten, und warf Einen derselben mit einem spitzen Stein auf die Stirn, so daß derselbe erwachte und fragte den Andern, warum er so hart ihn habe geschlagen? Der antwortet, er habe ihn nicht geschlagen, sondern gar sanft geschlafen. Hierauf als sie beide schon wieder schnarchelten, wirft er den Andern an die Stirn. Der fragt den Ersten, warum er denn nun ihn schlage? Dieser antwortet, er hab ihn nicht geschlagen, sondern schon wieder recht sanft geschlafen.

Als sie nun wieder beide schliefen, wirft er den Ersten und den Andern so heftig, als er vermochte, daß sie beide auffuhren, und fingen so arg an zu zanken und zu schreien, daß es die draußen vor dem Walde hörten, und dachten, jetzt gehe es los, und waren heilfroh ihrer eigenen Haut wegen. Die Riesen aber rißen Bäume aus und schlugen so grimmig zu, daß sie bald nach einander beide verschieden.

Als der Schneider das sahe, stieg er vom Baum, schlug den Riesen mit seinem Schwerdte an etzlichen Theilen ihrer Leiber einige