Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/81

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Prinzeßin aber lachte noch in eins fort, und konnte zu lachen nicht aufhören.

Der König aber sprach: „Ja wohl, mein Bursche! Die Jungfer Prinzeßin sollst du haben, weil ich mein Königswort halten muß, und weil es die Dummlinge am weitesten bringen.“

Die Prinzeßin aber sagte: „Ich nehme den jungen Burschen, weil er mich zu lachen gemacht hat. Mir ist mein Lebstage so wohl nicht gewesen als nun, da ich lachen kann. „Nur muß er beßere Kleider anziehen, da wird er denn auch schon Verstand genug haben!“ – Damit so lachte sie wieder aus Leibeskraft.

Während das aber so vorging, merkten die, welche an der Gans hingen, daß sie immer weniger und weniger festsaßen, und waren zuletzt ganz los. Da wollten sie wieder heim gehen, aber das litt der König nicht, sondern tractirte sie erst mit Kaffee und Kuchen, und dann kam Schweinebraten gewaltig fett, und Hirsebrei kam zuletzt, und Schnaps war vollauf da.

Nun durften sie gehen.

Sie gingen, nachdem sie sich fein bedankt, und sagten unterwegs zu einander: „Das ging hoch her; fast so hoch wie auf Michels Hochzeit, wenn noch Kalbskopf mit Rosinen dabei gewesen wäre.“

Und als sie nach Hause gekommen waren, wußten sie nicht genug zu rühmen, wie viel Ehre ihnen der König angethan hätte.


9. Hans mein Igel.

Ein reicher Bauer hatte kein Kind, und das betrübte ihn sehr, denn er wußte nun nicht, wem er sein vieles Geld hinterlaßen sollte.