Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/85

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Einer auf einem Hahn käme mit einem Dudelsack, auf den sollten sie hauen und stechen, und trommeln und pfeifen. So wollten sie auch thun, aber Hans mein Igel flog über das Thor, vor das Fenster des Königs, und drohte, es sollt ihm und seiner Tochter nicht gut gehen, wo er nicht hielte, was er versprochen.

Da wurde dem König sehr bange, und der Prinzeßin auch, und sie zog mit ihm in einem Wagen mit sechs Schimmeln bespannt, und mit vielen Bedienten, und mit vielem Geld und Gut. Hans mein Igel aber saß mit dem Göckelhahn und dem Dudelsack neben der Prinzeßin im Wagen.

Als sie nun ein Stück in den Wald hinein waren, sagte Hans mein Igel: „du falscher Aschenbrödel, dich mag ich nicht, ich will dir aber deine Falschheit bezahlen.“ Damit zerstach er sie mit seinen scharfen Stacheln an den Händen und im Gesicht und überall, daß sie sehr blutete und häßlich aussahe. So mußte sie nun mit Schimpf und Schande wieder umkehren und mochte sie kein Mensch nehmen, weil sie nicht einmal Hans mein Igel gemocht hatte.

Hans mein Igel ritt weiter und kam in das andere Königreich, deßen Könige er auch aus dem Walde geholfen hatte. Aber da ging es ganz anders. Da war schon bestellt, wenn Der und Der käme, so und so, da sollten sie trommeln und pfeifen und Juchhei rufen, und ihm Thore und Thüre aufmachen, und ihn aufs beste empfangen. Das geschahe denn auch.

Als ihn die Prinzeßin nun sahe, war sie doch sehr erschrocken, denn Hans mein Igel sahe gar allzu seltsam und widrig aus; aber weil sie es dem Vater versprochen hatte denselben zu nehmen, so tröstete sie sich, daß es nun einmal nicht anders sein könne, und dachte, man muß sich in Vieles ergeben.