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Das Geheimnis der Bücherlaus.

Die anderen sprachen über den Kometen, und ich hörte nicht zu, wenn ich auch so tat. Habe ich einen tiefen Klubsessel und eine sehr gute Zigarre, so bin ich unglaublich duldsam.

Also sie redeten von dem Kometen, einer mit demselben Sachverständnis wie der andere; es verstand nämlich keiner von ihnen etwas davon. Sie sprachen von fixen und weniger fixen Sternen, von elliptischen Flugbahnen, den Marskanälen, der Periodizität der Kometen und anderen mir höchst gleichgültigen Vorgängen außerhalb unseres Privatplaneten, worauf sie auf Gedankenmetastase, Transsubstation, Unterbewußtsein und Doppelbewußtsein kamen.

Infolgedessen nickte jener Teil meines Bewußtseins, den ich für gewöhnlich fest in der Hand habe, ein. Meine Züge nahmen den Ausdruck völliger Ausdruckslosigkeit an, meine Seele befreite sich völlig von meinem Willen und tat, was sie wollte, und meine Augen durchdrangen das Wesen der Dinge, wie Hittorfsche Strahlen. Längere Zeit suchten sie nach einem geeigneten Objekt, bis sie schließlich auf einem Sonnenstrahl haften blieben, der dünn und bescheiden und blau durch den Spalt der Vorhänge kam, sich aber allmählich immer breiter machte, auf ganz unverschämte Weise die Zimmerluft in zwei Hälften teilte und sich schließlich als großer gelber Fleck auf der schwarzen Wassereichenplatte des Rauchtisches festsetzte und ein winziges Etwas, das dort hin- und herspazierte, mit einem riesigen Nimbus versah.

Empfohlene Zitierweise:
Hermann Löns: Der zweckmäßige Meyer. Sponholtz, Hannover 1911, Seite 117. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Loens_Der_zweckmaessige_Meyer.pdf/123&oldid=- (Version vom 1.8.2018)