Seite:Loens Der zweckmaessige Meyer.pdf/78

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Nur dadurch, daß man sich an die breite Öffentlichkeit wandte und die Opferfreudigkeit weitester Kreise in Anspruch nahm, bekam man die Sammelgeräte zusammen. Mutter Fricke spendete ein altes Marktnetz und ein etwas gesprungenes Einmacheglas, Ohm Anton eine lange Stange und Ohm Schorse eine Umhängetasche, während August Dusendahl von seinem Vater sogar ein richtiges Fangnetz bekam. Alle Versuche aber, von den Müttern Drahtsiebe geliehen zu bekommen, schlugen fehl.

Begleitet wurden die kühnen Forscher von Trägern und Trägerinnen, als welche sich eine Anzahl von kleinen Brüdern, Schwestern und Basen erboten hatten, und angestaunt von dem Volke bewegte sich der Troß die Straßen entlang und kam auch ohne weitere Unbill über das ungeheuere, nur mit spärlicher Flora bedeckte, jeglichen Wassers entbehrende Steppengelände.

Am Fuße der seltsamen Gebirge, die die Geographen die Scheibenstände nennen, zieht sich ein eigenartiger Fluß hin, der, ganz wie die Ströme Australiens, die Eigenschaft hat, nur in der Regenzeit Wasser zu führen. Dieser wurde zuerst untersucht. Das Ergebnis war, bis auf eine Kaulquappe, die aber tot war, gleich Null, was August Dusendahl zu der Vermutung brachte, daß die Tierwelt sich, um dem Austrocknen zu entgehen, in die Mudde eingebohrt habe. Mit großer Anstrengung und einem Blechlöffel durchwühlte man die Schlammassen, fand aber außer der Stiefelsohle eines wahrscheinlich hier einst umgekommenen Forschers nur einen Knochen, der vermutlich einer längst ausgestorbenen Tierart angehört.

Bedeutend größer war die wissenschaftliche Ausbeute in den kleinen flachen, in der Regenzeit entstandenen Landseen, die vor den Sandbergen liegen. Die trübe, lehmige Beschaffenheit des Wassers wollte natürlich Aadje Schlöber veranlassen, sie zu übergehen, doch seine Begleiter, vor allem

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Hermann Löns: Der zweckmäßige Meyer. Sponholtz, Hannover 1911, Seite 72. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Loens_Der_zweckmaessige_Meyer.pdf/78&oldid=- (Version vom 1.8.2018)