Seite:Luebische Geschichten und Sagen.djvu/8

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Für sie mußte die Kirchthür größer, und das Chor höher gemacht werden, damit sie sich nicht den Kopf stießen.

Auch findet man dort noch viele Riesenknöpfe (Echiniten).


2. Luba.

Im Jahre 1066 empörten sich die Wenden gegen den deutschen Kaiser, ermordeten ihren christlichen König Gottschalk, und setzten den Fürsten von Rügen, Kruto, auf seinen Thron. Dieser baute auf dem Werder zwischen Trave und Waknitz eine feste Burg mit Mauern und Thürmen, die man, weil der Platz mit hohen, schönen Buchen lustig bestanden war, Buku, Bughenitz oder Bukowitz nannte. Als nun einmal König Kruto auf einem Seezuge in der Ferne war, kam König Gottschalks Sohn, Buthue, und belagerte den Ort mit Hülfe der Sachsen. In kurzer Zeit gingen den Einwohnern die Lebensmittel aus; und die Stadt wäre in die Hände der Feinde gefallen, wenn nicht ein kluger Fischer, Namens Luba, sie durch eine List gerettet. Er nahm eines Tages alles Brot und Fleisch und andere Speise, so viel er noch auftreiben konnte, in seinen Kahn, und fuhr ganz sorglos auf die feindlichen Schiffe zu, welche die Trave gesperrt hielten.

Empfohlene Zitierweise:
Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 2. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/8&oldid=- (Version vom 1.8.2018)