Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/127

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Hinter der Vorpostenstellung macht die Kraftwagenkolonne Halt, wir steigen aus, um gedeckt vorzukommen. Eine kurze Strecke weiter — und die Kolonne würde auf der Straße in das französische Granatfeuer geraten. Und die französische Artillerie hat eine besondere Vorliebe für derartige Ziele. Die in diesem Unterabschnitt kommandierenden Offiziere melden sich beim General und erstatten kurz und knapp Bericht über die Lage. Ein französischer Vorstoß ist vor einigen Tagen abgewiesen worden. Der General gibt einige Weisungen über das Verhalten bei unserem weiteren Vorgehen zu Fuß. In einer Entfernung von etwa drei Kilometern bis zu den feindlichen Batterie-Stellungen, befinden wir uns im Bereich des wirksamsten Artilleriefeuers. Die Franzosen, die mit ihrer Munition nicht geizen, pflegen sofort auch auf kleinere Gruppen mit Artillerie zu schießen, besonders wenn sie vermuten, daß sich Offiziere dabei befinden. Daher verteilen wir uns und gehen in Abständen, einzeln oder zu zweien, über das Gelände in die Vorposten-Stellung vor, vorsichtig die Deckungen benützend. In einem Wäldchen aus lichtem Jungholz begegnen wir einem Hauptmann, der sich beim General meldet und ihm Bericht erstattet. Es ist der Vorpostenkommandant dieses Unterabschnittes — wir befinden uns in der Vorpostenlinie. An die Waldränder und auf die das Vorgelände beherrschenden Höhen vorgeschoben stehen die Unteroffizierposten und Schildwachen, dahinter sind in Unterständen

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 123. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/127&oldid=3353102 (Version vom 1.8.2018)