Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/136

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steht die Inschrift: Sektion Schwaben. Die Decken der Unterstände bieten Schutz gegen Feldartilleriegranaten. Von Vollgeschossen schwerer Artillerie würden sie freilich durchgeschlagen. Das erkennt man an dem noch ganz frischen gewaltigen Erdtrichter, den eine großkalibrige französische Granate unweit von dieser Stelle eingegraben hat — eine tüchtige eiserne Portion, wie der deutsche Soldatenwitz diese lieblichen Dinger nennt. An der Verstärkung der Unterstände und ihrer Bedachung mit Eisenbalken und Beton wird fortwährend weitergearbeitet. Aus Deutschland sind einzig für diese Armee fünfundneunzigtausend Quadratmeter Dachpappe für die Bedachung von Unterkunftsbaracken und Unterständen und vierzig Wagenladungen Holz für den Bau weiterer Baracken und Unterstände unterwegs. Außer diesen Schutzbauten werden in und vor der Stellung Annäherungshindernisse, wie Wolfsgruben, Flatterminen und Drahtverhaue erstellt, um die Abwehr eines Sturmes zu unterstützen. Von Wolfsgruben und selbsttätigen Flatterminen wird ein sehr vorsichtiger Gebrauch gemacht, weil sie in der Dunkelheit den eigenen Truppen, besonders Patrouillen, zum Verhängnis werden können. Bevorzugt werden sogenannte Beobachtungsminen, die auf telephonischen Befehl von einem Beobachtungsstand aus entzündet werden.

So sind die deutschen Vorposten auf die Abwehr der winterlichen Unbilden und — feindlicher Angriffe gerüstet.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 132. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/136&oldid=- (Version vom 1.8.2018)