Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/201

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Patrouille von einem Offizier und acht Mann hinter diese Linie geraten, hat sich verirrt und ist, nachdem sie mehrere Tage und Nächte herumgeirrt war, in vollständig erschöpftem Zustande viele Stunden hinter der deutschen Front gefangen genommen worden. Verhindern aber läßt sich durch diese Truppenaufstellung und Befestigungsanlage ein Durchbruch größerer Kräfte. Die Franzosen haben vor einigen Wochen mit stärkeren Truppenmassen einen Angriff versucht, sind aber trotz starker Überzahl blutig zurückgeschlagen worden. Das Gefecht ist von der deutschen Heeresleitung als schöner Erfolg gebucht worden.

Ein schluchtartiges Waldtal, das als äußerste Flügelstellung des ganzen hier an das Gebirge anschließenden Abschnittes taktisch besonders wichtig ist, ist durch niedergelegten Wald und Versumpfung des Talgrundes, der überdies aus den Waldrändern flankierend beherrscht wird, zu einer abschließenden Talsperre umgewandelt worden. Auch hier haben die Pioniere die Hauptarbeit getan. Aus unserer Durchfahrt war eben eine Abteilung dieser Truppe bei der Mahlzeit versammelt. Ich muß meine Pioniere grüßen, sagt der General zu mir, läßt halten, steigt aus und bietet ihnen den Morgengruß mit den Worten: Guten Morg’n, Pioniere! — Guten Morg’n, Exzellenz, hallt die Antwort im Chor zurück, und über die arbeitsharten Gesichter leuchtet ein freudiger Schein. Mit kurzen Worten drückt ihnen der General seine

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 197. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/201&oldid=- (Version vom 1.8.2018)