Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/204

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III

Gute Beobachtung und ein scharf geregelter Patrouillengang, dessen Ergebnisse rasch durch Fernsprecher an die höheren Kommandostellen weiter geleitet werden, sind die Mittel, die es ermöglichen, rechtzeitig und am rechten Orte die nötigen Kräfte zu versammeln und einzusetzen, um eine Durchbrechung des sechs Stunden langen Frontabschnittes zu verhindern.

Vor einigen Wochen haben die Franzosen einen heftigen Angriff gegen die Mitte und einen Flügel der Stellung gemacht. Sie bereiteten ihn vor durch ein wütendes Granatfeuer auf ein französisches Städtchen, das vor der deutschen Hauptstellung liegt und das sie mit deutschen Truppen belegt glaubten. Nicht weniger als dreizehnhundert Granaten wurden auf den Ort abgegeben, mit dem Ergebnis, daß eine Anzahl Häuser zerstört und beschädigt, drei Einwohner getötet und einige verwundet wurden. Die Deutschen erlitten keinen Mann Verlust. Die nutzlose Beschießung soll unter der Bevölkerung des französischen Städtchens starke Erbitterung hervorgerufen haben. Mit überlegenen Kräften, die deutscherseits auf ungefähr eine Division geschätzt werden, griffen sodann die Franzosen die deutsche Stellung an und hatten anfänglich einen Erfolg zu verzeichnen. Dank der gedeckten Annäherung durch Wälder gelang es ihnen, an einem Punkte die deutsche Hauptstellung zu gefährden. Aber es gelang der Führung der deutschen Streitkräfte noch rechtzeitig,

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 200. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/204&oldid=- (Version vom 1.8.2018)