Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/27

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sie nach der zweiten Besetzung von Mülhausen, die am 18. August erfolgte, mehrere Tage lang und legten Feldbefestigungen an, die bei meinem Besuche am 19. September, wenn auch schadhaft geworden, noch deutlich sichtbar sind. Die Höhen wurden befestigt mit gut verkleideten Batterie-Schanzen, an den Hängen hat sich die Infanterie eingeschnitten, meistens zweckmäßig und geschickt, doch nicht überall. Einzelne Schützengräben weisen wenig Schußfeld auf, und das Feuer aus ihnen kann bis auf kurze Entfernung unterlaufen werden. Viel Arbeit haben die Franzosen auch hier auf das Freimachen des Schußfeldes verwendet. Lange Reihen von Nuß- und Obstbäumen und ganze Waldstreifen wurden umgelegt. Die Verschanzungen zogen sich auf diesem Flügel der Stellung von Habsheim über den Zimmersheimer Rüstel und die Rixheimer Höhen bis gegen Riedisheim. Ein Bauer, der sich im Walde mit Zurüsten des ihm ohne sein Zutun geschlagenen Holzes zu schaffen macht, erzählt mir, wie ihm und den anderen Landbesitzern von den Franzosen strengstens verboten war, während der Anwesenheit der französischen Truppen ihre Waldungen und Felder zu betreten. In mehreren stark gelichteten kleinen Erlen- und Akazien-Gehölzen sind die Spuren der französischen Biwaks noch jetzt deutlich sichtbar: zusammengefallene Laubzelte und Windschirme aus Laubwerk, Feuerstellen, Konservenbüchsen u. dgl. Ein das Vorgelände beherrschendes, auf einer vorspringenden

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/27&oldid=- (Version vom 1.8.2018)