Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/80

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durch die Schlucht der Crune. Die Artillerie bezog eine günstige Feuerstellung bei Serrouville, von wo aus sie über die vorliegenden Waldungen und das Crunetal hinaus das Gelände um Fillières und das Dorf selbst wirksam bestreichen konnte.

Die Franzosen folgten auch hier ihrer Neigung zur Besetzung der Örtlichkeiten und vorgeschobener Stellungen. Sie setzten ihre vordere Linie fest am Dorfrande von Fillières und den sich beidseitig anlehnenden Bodenwellen, wo sich ihre Schützenlinien einrichteten, während der Kirchturm des Dorfes mit mehreren Maschinengeschützen und einem Beobachtungsposten besetzt wurde. Ihre Haupt- und Artilleriestellung bezogen sie weiter westlich, auf einer rückwärtigen Anhöhe, die Artillerie in gegen Sicht gedeckter Lauerstellung. Die von den Deutschen beabsichtigte Umfassung des französischen linken Flügels gelang zunächst nicht, gestaltete sich vielmehr zum frontalen Angriff, da die Franzosen ihren linken Flügel verlängerten. Wie die deutschen Schützenlinien, unterstützt von der Artillerie bei Serrouville, aus den Waldrändern ihren Feuerangriff eröffneten, wurden sie von den Franzosen mit Massenfeuer der Infanterie und dem Strichfeuer der Maschinengewehre überschüttet. Diese wurden jedoch von den deutschen Batterien bald zum Schweigen gebracht; der Kirchturm wurde in Brand geschossen. Als nach längerem Feuergefecht die französische Vorstellung erschüttert zu sein schien, brachen die deutschen Schützenlinien aus den Waldrändern, die

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 76. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/80&oldid=- (Version vom 1.8.2018)