Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/81

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bis auf Nahfeuerentfernung an die französischen Feuerstellungen heranreichten, hervor, arbeiteten sich sprungweise heran und gingen dann zum Sturmangriff über, der durch eine von Serrouville her in die Feuerlinie vorgezogene Artillerieabteilung kräftig vorbereitet und unterstützt wurde. Die Franzosen räumten ihre Vorstellung und traten einen eiligen und verlustreichen Rückzug auf ihre Hauptstellung an. Das Dorf und die auf gleicher Höhe liegenden Bodenwellen wurden von den Deutschen genommen. Nun aber kamen diese unter das wirksamste Kreuzfeuer der sorgfältig gedeckten französischen Batterien, deren genaues Zielen durch vorher aufgesteckte Markierpunkte noch erleichtert wurde. Die Deutschen, die hier eine ganze Stunde lang ohne eigene Artillerieunterstützung aushalten mußten, bis die feindliche Artilleriestellung aufgefunden war und beschossen werden konnte, erlitten bedeutende Verluste. Erst abends sieben Uhr konnte, nachdem inzwischen die deutschen Schützenlinien durch Reserven verlängert und verstärkt, sich vorgearbeitet hatten und die französische Hauptstellung durch die Artillerie erschüttert war, auch diese im Sturm genommen werden. Die Nebendivision links eroberte die Höhen von Joppécourt. Der Erfolg des Tages war das Zurückwerfen der französischen Kampfgruppe an und über den Chiers, in den Raum Longuyon-Spincourt. Die Gefechte der folgenden Tage, am 23., 24., 25. August vervollständigten die Niederlage der Franzosen.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 77. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/81&oldid=- (Version vom 1.8.2018)