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denn eine behaglichere Stätte hier in der Tiefe?“ fügte ich ziemlich barsch hinzu. „Ich friere verdammt … Die Eisluft und der Modergestank –“

Da hatte sie sich erhoben, ehe ich noch meinen Satz beenden konnte. „Kommen Sie …“ – Sie tastete nach meiner Hand, führte mich langsam nach Norden zu, durch Finsternis, über Steingeröll, faulende Bäume, schlüpfriges Moos und kahle Flächen – bis zu einer Stelle, wo sie mir zuraunte: „Bücken Sie sich …“

Ich tat’s. Sie zog mich in ein Zelt hinein, dessen Vorhang sie rasch wieder zufallen ließ. In dem braunen kleinen Segeltuchzelt brannte eine mit einem Taschentuch halb verhüllte Karbidlaterne. Auf einem Lager von Moos, das mit einer Moosdecke bedeckt war, ruhte ein Mann und schlief ganz fest …

Es war Peter van Braanken.




10. Kapitel.

Die Fremde nahm das Tüchlein von der Laterne, und der grelle Lichtstrahl umflutete uns beide. Ich schaute sie mit leicht begreiflicher Neugier an. Sie hatte ein gebräuntes, kühles, energisches Gesicht von pikantem Reiz. Die grauen Augen besaßen den ruhigen Blick eines Menschen, der viel erlebt hat und der auf eigenen Füßen zu stehen weiß. Unter einem schicken dunkelgrünen Filzhut kamen ein paar blonde Löckchen kokett hervor, und auch der praktische derbe Sportanzug

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 112. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/112&oldid=- (Version vom 1.8.2018)