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auf das grelle Licht, waren wie mit einem Häutchen bedeckt.

Ich gab den Kampf nicht auf. „Schwindel!“ sagte ich hart. „Sie haben eben wieder Gelegenheit gehabt, Ihre Augen irgendwie zu präparieren, Braanken! Halten Sie mich für dumm?!“

„Nein … Sie vergessen nur die Intelligenz der Pferde, El Gento …“

Ich wurde wütend. „Schweigen Sie!! – Und woher kannten Sie den Zick-Zack-Pfad?! Wie konnten Sie als angeblich Blinder Ihre Fährten oben auf dem Plateau so glänzend verwischen, daß …“

Er hatte die Hand gehoben … In dieser Bewegung lag eine nachdrückliche Warnung.

„Licht aus!“ flüsterte er.

Edith Gordon hatte schon einen Deckenzipfel über die Lichtquelle gebreitet.

Wir lauschten im Dunkeln …

Im Warmen … Es war behaglich im Zelte.

Man hätte hier so angenehm plaudern können. Und nun diese beiden Menschen, die mir jeder allerlei verheimlichten, die vielleicht ein abgekartetes Spiel trieben!

Ich hörte nur das Rauschen und Plätschern des nahen Baches, der sich durch diesen endlosen Abgrund zu Tal schlängelte. Meine Rechte hatte die Büchse emporgehoben, meine Linke das Messer gelockert und hinausgezogen. Ich hielt es so vor mich, daß Braanken mich nicht anspringen konnte, ohne in die Klinge zu rennen. Ich war auf alles vorbereitet. Nur nicht auf das, was dann wirklich geschah. Ich saß dem Zeltvorhang am nächsten. Links von mir Edith. Gegenüber Braanken. Der

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 117. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/117&oldid=- (Version vom 1.8.2018)