Seite:Mein Freund Coy.pdf/180

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diesem verlassenen Weltwinkel trotz allem ein ganzer Mann war …

Still ging die schlanke Engländerin uns dann voran. Die Harzäste knisterten, fauchten, sprühten Funkengarben. Edith Gordon bog um einen Haufen faulender Baumstämme, bückte sich, schob Moder und Laub beiseite.

Zwei Kisten …

„Braanken hat mir alles gebeichtet,“ erklärte sie. „Sennor Mastilo, Ihre Kinder und die berittenen Diener kamen durch einen unglücklichen Zufall ums Leben. Sie wissen ja besser als ich, was in der Pampas eine Solardeo bedeutet.“

„Ah – ein Einsturz einer unterspülten Lehmwand …!“ rief der Chilene dumpf.

„Ja, Sennor, das Erdreich begrub Ihre Kinder, und als Braanken hinzukam – ein Zufall! –, hatten die Wildhunde bereits die Leichen angefressen. Da hat der arme Irre in seinem blöden Wahn, daß Sie sein Feind seien, Ihnen die grauenvolle Überraschung durch die Übersendung der Kisten …“

„Still – still …!“ – und Mastilo kniete nieder …

Ich ließ ihn mit Edith Gordon allein. Ich hatte doch andere Sorgen als diesen beklagenswerten Vater, der außerdem in bester Obhut zurückblieb. Edith Gordon würde ihm eine sanftere Trösterin sein als ich.

Zurück zu meines Coy Schmerzenslager, neben dem Chubur wie eine Buddhastatue mit rätselvoll verschlossenem Gesicht hockte und mir nur mit den Augen warnend zuwinkte. Coy schlief. Aber sein Atem kam stoßweise aus der pfeifenden Lunge, und sein Puls war schwach und schnell und Hand

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 180. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/180&oldid=- (Version vom 1.8.2018)